Initiative Pro Netzneutralität

Ist Ihre Kaffeemaschine giftig?

10.02.2015 01:46

Autor: Anastasia Pantsios für EcoWatch, 2. Februar 2015
Übersetzung: BrunO



© Foto: Sten Dueland CC: BY-SA via flickr 


Für viele Menschen ist die köstlich duftende Tasse Kaffee entscheidend, um den Tag auf dem richtigen Fuß zu beginnen. Auch hat man uns beigebracht, daß (nicht übermäßiges!) Kaffeetrinken gut für die Gesundheit sein kann. Eine 2012 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie hat ergeben, daß Menschen die Kaffee trinken länger leben als solche, die dies nicht tun - vorausgesetzt sie rauchen nicht.

Natürlich ist dies nicht ganz so einfach. Welchen Kaffee sollen wir trinken? Fair Trade und aus Bioanbau sind sicherlich für uns und den Planeten am besten.

Doch Toxine können über eine weitere Quelle in Ihren Kaffee gelangen, an die Sie vielleicht bisher wenig gedacht haben: Ihre Kaffeemaschine. Während Sie versucht haben, sich für eine der vielen, möglichen Zubereitungsmethoden zu entscheiden, weil die Kaffeezubereitung mittlerweile so etwas wie eine zeitgenössische Kunstform geworden ist, haben sie vielleicht nicht bedacht, daß die Kaffeemaschine selbst toxisch sein könnte.

Vielen Kaffeetrinkern ist unmittelbar nach dem Kauf ihrer neuen Kaffeemaschine aufgefallen, daß ihr Kaffee merkwürdig nach Plastik schmeckt. Dies ist ein Hinweis, daß etwas in Ihren Kaffee gerät, das nicht aus den Kaffeebohnen kommt. Es wird immer mehr darüber bekannt, daß Plastikbehälter unterschiedlicher Art Chemikalien an - was auch immer sie enthalten - abgeben können, insbesondere wenn es sich um heiße Flüssigkeiten handelt. Bisphenol A (BPA), das zu reproduktiven Störungen wie Unfruchtbarkeit und sogar zu einigen Typen von Krebserkrankungen [und zu Diabetes 2] führen kann, wurde sowohl in einer Vielzahl von Plastikgegenständen als auch in den Beschichtungen von Konservendosen nachgewiesen.

Da sich diese Information immer mehr verbreitet hat, entfernen viele Hersteller BPA aus Produkten, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Dazu gehören die Hersteller einiger Plastik-Kaffeekannen, die ihre Produkte als BPA-frei bewerben. Doch viele Kaffeemaschinen aus Plastik sind nicht gekennzeichnet, deshalb kann man nicht wissen, ob sie BPA-frei sind. Und Firmen die damit werben, daß ihre Produkte BPA-frei sind, ersetzen diese Chemikalie unter Umständen mit einer anderen, die nicht weniger bedenklich für uns ist.

Das Sicherste was man tun kann ist, nach einem Kaffeezubereiter ohne Plastikteile zu suchen, oder wenigstens ohne solche, die mit dem Inhalt der Kaffeekanne in Berührung kommen. Das kann heißen, die Art wie Sie Ihren Kaffee zubereiten, neu zu überdenken. Während Einportion- und Tropfbrüh-Kaffeemaschinen die bequemsten sind, gehören diese auch zu jenen, die am allerwahrscheinlichsten überwiegend aus aus Plastik hergestellt werden.

Doch es gibt andere Arten von Systemen zur Kaffeezubereitung die eher aus Glas und rostfreien Stahl gemacht sind - sehr viel sicherere Optionen, wenn Sie wegen schädlichen Chemikalien im Kaffee besorgt sein sollten. Der altmodische Perkolator den Ihre Großmutter benutzt hat, ist eines von diesen. Wenn sie ihn nicht weg geworfen hat, nachdem sie sich eine Maschine aus Plastik gekauft hat, sichern Sie sich diesen! Diese vintagemäßigen Kaffeekannen aus Metall mögen globig aussehen, doch sie können als sicher erachtet werden, sofern sie aus rostfreiem Stahl bestehen und nicht aluminiumbeschichtet sind. Es sind auch einige neuere Modelle auf dem Markt, falls Sie den von Ihrer Großmutter nicht mehr finden können.

Bei vielen der neuen, trendigen Arten der Kaffeezubereitung kommen ebenfalls plastikfreie Gerätschaften zum Einsatz. Mit ihren gläserenen Karaffen und rostfreien Stahlgewebe-Filtern lassen die schicken französichen Kaffeepressen Kunststoff ganz außen vor. Das Prozedere ist etwas komplizierter als Kaffeemaschinen, die man nur einzuschalten braucht. Doch wenn das morgendliche Aufbrühen Ihres Kaffees für Sie ein gemütliches Ritual ist, ist dies eine perfekte Lösung - und viele Leute schwören, daß die fertige Tasse weit überlegen schmeckt.

Es gibt auch ein paar gut bekannte Kaffee-Systeme auf dem Markt, die plastikfrei sind. Eines davon ist die vollständig aus Glas bestehende Kaffeekanne von Chemex. Die vor fast 75 Jahren erfundene Chemex-Kaffeekanne hat Design-Wettbewerbe gewonnen und wird im Museum of Modern Art in New York City permanent ausgestellt. Zu ihren Besonderheiten gehört eine hitzebeständige, blasenfreie Glaskaraffe, eine Manchette aus Holz, ein Filter aus Echtpapier - und kein Plastik.

Porzellan ist eine weitere Alternative zu Plastik. Die in Deutschland hergestellten Kaffeemaschinen und Tassenfilter von Walküre sind bestens bekannt. Ihre Konstruktion erfordert weder einen Papierfilter noch ein Metallsieb. Wie Chemex-Kannen haben sie eine lange Geschichte, die über 100 Jahre zurück reicht. Und wie Chemex wirbt Walküre mit dem überlegenen Geschmack, den das Verfahren bietet.

Es mag ein bißchen mehr Arbeit sein. Doch mit der Gewißheit, daß keine ungesunden Chemikalien in Ihren Kaffee gelangen, mag sich diese lohnen.



Die Rechte für den Original-Artikel "Is Your Coffee Maker Toxic?" als auch für diese Übersetzung liegen bei EcoWatch. Für diese Übersetzung gilt die Standardlizenz dieses Blog ausdrücklich nicht. Einer nichtkommerziellen durch EcoWatch gestatteten Übernahme stimme ich ohne Nachfrage zu.

Disclaimer: Der Artikel enthält kommerzielle Links, für die ich nicht bezahlt werde! Anfragen dieser Art sind unerwünscht und werden nicht beantwortet.


EcoWatch auf Twitter: @ecowatch


Meta: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Erstellt: 10.02.2015 01:46
Geändert: 12.12.2016 17:01
URL: http://blog.ufocomes.de/index.php?id=139

GNUsocial z.B. quitter