Initiative Pro Netzneutralität

Karina Hansen, einfach so von zu Hause abgeholt.

13.05.2013 23:48


© Foto: Jonas K. CC: BY-NC-SA via flickr 
Psyhiatriekritik:

Psychiatrie ist eine Mogelpackung. Daußen steht Krankenhaus oder ähnliches dran, drinnen ist Knast. Über die Psychiatrie werden Menschen entsorgt, die der Gemeinschaft oder jenen die in Ihr die Fäden ziehen zu anstregend geworden sind. Zuletzt wurde dies vielen durch den Fall Mollath deutlich. Manche erinnern sich vielleicht auch noch and die Zwangsverrentung hessischer Steuerfahnder aufgrund eines psychiatrischen Gefälligkeitsgutachtens. Weltweit werden politische Dissidenten in der Psychiatrie neutralisiert.

Infolge lang anhaltender, immer wieder neu entstehender Kritik an der Psychiatrie, versucht sich diese dem anzugleichen, was sie zu sein vorgibt. Das Problem ist nur, daß sich bis heute für ihre Grundannahme noch kein wissenschaftlicher Beleg gefunden hat. Geisteskrankheiten, die an abweichendem bis deviantem Verhalten festgemacht werden, sollen auf biologische Veränderung im Gehirn zurück zu führen sein.

Weil dieser Nachweis nicht gelingt, heißt es immer, das Gehirn wäre eben ein viel zu kompliziertes Organ, als daß man es wirklich verstehen könne. Dies hat in der Vergangenheit nicht davon abgehalten, dem Gehirn zur "Heilung" mittels inzwischen verbotener Lobotomie oder durch Elektroschocks Schäden und Traumas zuzufügen.

Elektroschock, ECT (Electroconvulsive Therapy) erlebt in den USA gerade eine Renaissance. Sieht man dazu den allgemeinen großen Verbrauch an Psychopharmaka, so scheinen sich die Psychiatrien baulich aufzulösen und auf die gesamte Gesellschaft auszudehnen. Dazu würde ja auch der Trend zu immer mehr Überwachunsgesetzen bestens passen.

Weil die Psychiatrie kein wirklich funktionierendes Modell für die von ihr behandelten Erkrankungen hat, beruhen ihre Diagnosen auf subjetiven Einschätzungen und Meinungen, nicht jedoch auf harten wissenschaftlich nachweisbaren Fakten.

Deutlich erkennbar ist dies an der neuen Fassung des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association, dem DSM-5, von dessen neuen, unpräzisen Erkrankungskategorien sich mittlerweile sogar die oberste amerikanische Behörde für mentale Gesundheit distanziert hat. Zuvor tat dies bereits Prof. Allen Frances, der die Erarbeitung von DSM-4 geleitet hatte.

Leider hat sich bei uns trotz des Falles Mollath fast niemand für die Kritik am DSM-5 interessiert, nach dem sogar Trauer wegen Verlust einer geliebten Person oder Besorgnis z.B. wegen einer Krebserkrankung zu therapierwürdigen Symptomen eines psychiatrischen Krankheitsbildes erklärt werden. Diese neuen Diagnosekriterien werden der Pharmaindustrie zusätzliche Gewinne und ihrer Lobby hohe Provisionen für deren Durchsetzung bescheren. Das DSM-Handbuch hat auch Einfluß auf den ICD (International Classification of Diseases) der Weltgesundheitsorganisation und betrifft somit langfristig auch uns.



Der Fall Karina Hansen:

Ihr Fall kann auf dx revision watch detaillierter nachgelesen werden.

1988 geboren, beginnt ihre Krankengeschichte mit einer an sich harmlosen Infektion (Mononukleose / Kußkrankheit), der anders als beim typischen Verlauf zahllose weitere Infektionen folgen. 2008 wird schließlich Myalgische Enzephalomyelitis (ME) (ICD-10 G93.3) diagnostiziert. Schon damals wird versucht, diese auch als chronisches Erschöpfungssyndrom ME/CFS bekannte Erkrankung mittels Verhaltenstherapie zu kurieren. Dies unterstellt keine körperliche Erkrankung, sondern fehlenden Willen. Die Kräfte von Karina erlauben es ihr aber nur für maximal eine Stunden pro Tag diesen aufzubringen.

Die ME-Diagnose wurde mehrfach von anderen Ärtzen und selbst von Psychiatern bestätigt. Um diese Geschichte etwas abzukürzen, fanden sich im Mai 2012 zwei Psychiater ohne Ahnung von ME, die schließlich das Vorliegen einer geistigen Erkrankung feststellten. Ähnlich wie bei Gustl Mollath hatten diese beiden Fachleute Karina nichtmal gesehen, sondern wurden von den Gesundheitsbehörden nur telefonisch über den Fall unterrichtet.

Einer der beiden ist Leiter einer Forschungseinrichtung für funktionelle Störungen und Psychosomatik. Diese Klinik war von der Behörde zur Behandlung von Karina bestimmt worden. Trotz dem Nichteinverständnis der Eltern mit einer psychiatrischen Behandlung wurde Karina am 12. Februar 2013 gewaltsam aus ihrem Zuhause entfernt und in die Klinik gebracht. Die Eltern und deren Anwalt erhielten weder Akteneinsicht, noch wurde ihnen bisher gestattet, ihre Tochter in der Klinik zu besuchen.

Anfang April hatten die Eltern versucht, Karina zu besuchen. Nur ihre Schwester Janni, die von Beruf Krankenschwester ist, durfte sie kurz sehen. Nach ihrer Auskunft war Karen blaß und unfähig sie zu erkennen, unter Umständen also mit Neuroleptika vollgepumpt, was ja immer helfen soll.



Der Sinn hinter diesen Fall:

Zuerst einmal macht dieser Fall für mich überhaupt keinen Sinn. Auf den ersten Blick ist dies ein völlig unverständlicher Willkürakt der dänischen Behörden. Dänemark wurde mir immer als ein fortschrittliches Land mit hohem Lebenstandard, guter Schulbildung für alle und einer ein wenig verrückten aber liberalen Gesellschaft vorgestellt. Wie kann dort so etwas passieren?

2010 bekam mein Dänemarkbild den ersten großen Knacks. Damals habe ich für CSN eine böse Glosse dazu geschrieben, die auch in's Dänische übersetzt wurde. Es gibt dort nämlich ein Research Centre for Chemical Sensitivities, das sich dem Namen nach mit Menschen befaßt, die anders als die sogenannte normale Bevölkerung verschiedenste chemische Stoffe nicht vertragen. Oft ist dies ein ganzes Spektrum, das man mit Petrochemie (= big business) bestens umschreiben kann.

Kurzer Einschub, warum gerade petrochemische Stoffe immer mehr Menschen krank machen:

Als wir uns vom Tier zum angeblichen Menschen entwickelt haben, war das Öl im Boden und noch nicht in ca. 140.000 Derivaten in der Umwelt verteilt. Diese Stoffe kennt unser Immunsystem nicht. Deshalb ist es neben anderer Schadwirkung manchen Stoffen wie den sogenannten endokrinen Disruptoren möglich, an Hormonrezeptoren anzudocken und dort etwas Unvorhergesehenes zu bewirken. Uns z.B. dick zu machen, oder die Hirnentwicklung von Föten zu stören. Solche Erkenntnisse werfen auch die schulmedizinische Erklärung von Diabetes 2 über den Haufen und stellen das Pardignma von Paracelsius (die Dosis macht das Gift) und das der sicheren Grenzwerte in Frage. Aber dies würde uns von Karina zu weit entfernen und man müßte auch auf die Symptome hinweisen, unter denen die Menschen bei den Ölunfällen des Tankers Exxon Valdez 1989 in Alaska, der Deepwater Horizon Olplattform im Golf von Mexiko im Jahre 2010 und bei der gebrochenen Öl-Pipeline in Mayflower am 29. März dieses Jahres gelitten haben.

Was taten nun diese Forscher, die mögliche Therapien für Menschen finden sollen, denen Petrochemie auch unter normalen Bedingungen nicht bekommt? - Statt die bisher einzig sinnvolle Strategie der Expositionsvermeidung zu propagieren, experimentierten sie mit Elektroschock-Therapie, um Symptome zu dämpfen. Nach einer ECT-Behandlung ist man nicht mehr in der Lage, über irgendwelche Symptome zu klagen, falls man überhaupt noch weiß, wer man ist. Sie hätten ihrer Versuchsperson genau so gut mit einem Holzhammer auf den Kopf hauen können.

Ist das eine adäquate Antwort darauf, daß die Lebensbedingungen seit Beginn der Industrialisierung bis heute immer ungesünder geworden sind, daß unser Immunsystem einer zunehmenden Belastung ausgesetzt ist, daß selbiges bei vielen Menschen wie zum Beispiel bei Karina Hansen versagt und zum gehäuften Auftreten von Erkranungen wie MCS (Multiple Chemical Sensitivity - ICD-10: T78.4), CFS/ME (Chronic Fatique Syndrome/Myalgische Enzephalomyelitis - ICD-10 G93.3), TE (Toxische Enzephalopathie, ICD-10 G 92), FMS (Fibromyalgie-Syndrom - ICD-10 M79.70), EMS (Elektrosensibilität - ICD-10 Z58) und SBS (Sick-Building-Syndrom - ICD-10 T75.8) kommt, die überwiegend schwer und nicht heilbar sind? Alles Erkrankungen, welche die Schulmedizin nicht mag und oft für psychisch bedingt oder für wenig erforscht erklärt, obwohl diese von der WHO anerkannt und deshalb im ICD gelistet sind. In Deutschland sind dies zugleich die kassenärtzlich abrechenbaren Erkrankungen. Dafür wird Deutschland anderswo oft gelobt, obwohl hier kein Umwelterkrankter etwas davon hat.

Die Psychiatrisierung von Karina macht für mich folgenden Sinn:

Man entsorgt solche und ähnliche Fälle, damit gar nicht erst eine Kritik an Industrialisierung und Zivilisation, oder gar an Geschäftsmodellen aufkommt, die zu Lasten von Natur und menschlicher Gesundheit gehen. Vielleicht sind die Dänen gar nicht so böse, wie die beschriebenen Vorgänge nahe legen mögen. Vielleicht hat sich jemand das kleine, überschaubare Land als Versuchslabor ausgesucht.



Was tun?

Wenn Sie etwas für Karina unternehmen wollen, schreiben Sie am bester per Briefpost an die folgenden drei Adressen (bei mir hat nur die erste Emailadresse funktioniert):

Dänische Gesundheits- und Arzneimittelbehörde (Sundhedsstyrelsen):
Axel Heides Gade 1
2300 Copenhagen S
Dänemark
Email: sst[äht]sst.dk
Telefon: +45 7222 7400 Monday to Friday, 9:30 – 15:00.

Dänisches Regionalbüro:
Statsforvalningsen Midtjylland
St. Blichers Vej 6
Postbox: 151
6950 Ringkobing
Dänemark
Email: midtjylland[äht]statsforvaltning.dk
Telefon: +45 7256 8300

Landesbüro:
Holstebro County – Mayor’s Office
Rådhuset
Kirkestræde 11
7500 Holstebro
Dänemark
Email: kommunen[äht]holstebro.dk
Telefon: +45 9611 7500

Falls Sie eine Antwort bekommen, leiten Sie diese bitte an den Dänischen ME-Verein weiter: icerebel62[äht]hotmail.com

Stellen Sie unbedingt die folgenden Fragen:

Welche Verwaltungsbehörde hat die Entfernung von Karina aus ihrem Zuhause angeordnet und wer ist der Verantwortliche für diese Entscheidung?

Auf welches Gesetz stützt sich diese Aktion?

Warum wird den Eltern und ihrem Anwalt keine Akteneinsicht gewährt?

Warum dürfen die Eltern ihre Tochter nicht besuchen? Liegt gegen die Eltern irgend etwas vor?

Wie sieht der Therapieplan für Karina aus? Das Hospital nimmt nur jemand auf, wenn ein Therapieplan vorliegt.

Warum wird all dies geheim gehalten?


Die englische Version dieser Fragen finden Sie auf dx revision watch. Unterzeichnen Sie bitte auch die dort verlinkte Petition.



Kritische Links zur Psychiatrie:

Beschwerdezentren - 10 Jahre gegen die Psychiatrie Teil 1, Teil 2

Dx Revision Watch auf Twitter

Zwangspsychiatrie auf Twitter

Eine Textsammlung zu ECT von PsychRights

Das Portal ect.org

Die Schattenübersetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die seit 2009 auch in Deutschland gilt.

Fax-Aktion von Prof. Wolf-Dieter Narr gegen Zwangsbehandlungen




Beratung und Abstimmung über das Gesetz zur Regelung der betreuungsrechtlichen Einwilligung in eine ärztliche Zwangsmaßnahme


© Deutscher Bundestag, Aufzeichnung der 217. Sitzung vom 17.01.2013


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Syrien-Extra: Die Medien generieren den "Al Qaida Mythos"

14.04.2013 21:52


Autor: Joanna Paraszczuk für EAWorldView, 11. April 2013
Übersetzung: BrunO


© Foto: Vestman CC: BY via flickr 
Dies ist die Geschichte einer Geschichte.

Oder eigentlich, dies ist die Geschichte, wie ein Mythos aufgebaut wurde --- der Mythos, daß Al Qaida Teile des syrischen Aufstandes übernommen hätte.

Dies ist die Geschichte, wie dieser Mythos --- von der Unfähigkeit Quellen zu prüfen genährt, laßt sie uns nur verwerten, durch Übertreibung und Verzerrung zustande gekommen --- das Versagen der Medien beleuchtet, über wichtige Entwicklungen zu berichten. Noch wichtiger, er zeigt, inwiefern dieses Unvermögen politische Folgen haben kann, die kontraproduktiv und gefährlich sind und zu schlechten Entscheidungen der politisch Verantwortlichen beitragen.

***

Am Mittwoch [10.04.2013] tauchte eine Audio-Datei auf. Angeblich enthielt sie eine Erklärung von Abu Mohammad al-Golani, einer der führenden Köpfe der syrischen, islamistischen Aufständischengruppe Jabhat al-Nusra.

In Erwiderung einer vorausgegangenen Erklärung von Abu Bakr al-Baghdadi, dem Führer des Islamischen Staates im Irak (ISI) betonte al-Golani, daß es sich bei Jabhat al-Nusra um eine lokale Gruppe handelt. Er sagte, die Aufständischen würden weiterhin unter der Flagge JAN (Jabhat al-Nusra) und nicht unter ISI operieren.

Mit anderen Worten, die Islamische Fraktion --- die sich besonders in Offensiven hervor tat, Ortschaften und Städte in Nordsyrien zu übernehmen, die daran beteiligt war, lokale Verwaltungen einzurichten und eine Grundversorgung bereit zu stellen --- antwortet weder al-Baghdadi, dem ISI, noch einer anderen fremden Kampfeinheit. Ihr Ziel sei ein "von den Aktionen des Volkes und dem Rat der Gelehrten" bestimmter islamischer Staat.

Das ist ein wichtiges Merkmal der syrischen Krise. Ob nun Jabhat al-Nusra eine "Terroristen-Gruppe" ist, wie die amerikanische Regierung erklärt hat, ob ihre Ansichten zu Politik, Recht und Gesellschaft für die Syrier gut sind oder nicht, sie "befreit" --- sie hat sich als eine syrische Gruppe etabliert, welche für die Zukunft des Landes von Bedeutung sein wird.

Das Problem ist, daß fast niemand in den westlichen Medien dies auch nur für einen kurzen Augenblick wahrgenommen hätte. Sie konnten dies nicht, da sie bereits völlig außer Atem erklärt hatten, JAN hätte sich mit "Al Qaida im Irak" zusammen geschlossen.

Diese Story wurde am Montag nach al-Baghdadis Erklärung in Umlauf gebracht, die behauptete "daß es sich bei Jabhat al-Nusra lediglich und eine Abteilung und um einen Teil des Islamischen Staates im Irak handeln würde".

Die Medien hätten diese Erklärung hinterfragen können. Sie hätten die politischen Motive und Manöver al-Baghdadis unter die Lupe nehmen können. Wenn sie das getan hätten, hätten sie womöglich festgestellt, daß al-Baghdadi zwar eine Vereinigung von ISI und Jabhat al-Nusra verkündete, in Wirklichkeit aber versuchte, den Anschein einer solchen zu erwecken. Sie hätten vielleicht verstanden, daß diesem Versuch zum Teil Angst zugrunde lag --- sowohl ISIs Besorgnis über die wachsende Unterstützung westlicher Länder für die Aufständischen, als auch dessen Befürchtung, daß Fraktionen innerhalb der Aufständischen einschließlich Jabhat al-Nusra nicht wirklich ISIs "Führungsrolle" wollen.

Stattdessen gab Associated Press Beirut diese Kurzmeldung heraus:

Al Qaidas Zweig im Irak und die stärkste extremistische Rebellengruppe in Syrien haben sich offiziell gegen Präsident Bashar Assad zusammen geschlossen, um im Mittleren Osten eine militante Truppe mit außerordentlichem Potential zu bilden.

Inzwischen berichtete die BBC:
"Al Qaida im Irak hat zum ersten Mal bestätigt, daß eine prominente in Syrien kämpfende Jihadisten-Gruppe Teil seines Netzwerkes ist."

Achten Sie auf das Verb. Nicht festgestellt oder behauptet, sondern bestätigt. Folglich war al-Baghdadi nicht mit einer PR-Kampagne beschäftigt, die ihm Autorität verschaffen sollte. Er bestätigte eine längst feststehende Tatsache.

Diese mangelhafte Berichterstattung über Jabhats Position gegenüber Al Qaida ist keine unvorhergesehene Entwicklung. Sie spiegelt eher die Voreingenommenheit vieler Journalisten wieder, syrische --- und andere --- islamistische Aufständische als Teil einer wachsenden globalen "jihadistischen" Bedrohung zu sehen. Somit ignorieren sie die Bedeutung von JAN und anderen als einheimische Gruppen, die vor Ort agieren.

Weshalb falsche Berichterstattung nicht egal ist

Die oben zitierten AP und BBC Berichte haben die Erklärung [al-Baghdadis] nicht nur mißverstanden --- oder bestenfalls zu sehr vereinfacht. Sie bezeichneten al-Baghdadi als Chef von "Al Qaida im Irak", während er der Führer des Islamischen Staates im Irak ist, eine noch bedeutendere Gruppe, wenn auch mit einem weniger bedrohlichem Namen. Ohne zu hinterfragen gingen sie davon aus, al-Baghdadis Audio-Botschaft wäre echt und machten eine "offizielle" Erklärung daraus.

Danach kombinierten sie die Fehler.

Sowohl AP wie Al Jazeera English berichteten, daß eine "mit Jabhat al-Nusra in Zusammenhang stehende Internetseite" den Zusammenschluß bestätigt hätte.

Bei genauerem Hinsehen jedoch, hat die in beiden Berichten erwähnte Internetseite --- ein Blog namens al-Muhajir al-Islami --- weder etwas mit Jabhat al-Nusra zu tun, noch "bestätigte" sie den Zusammenschluß von Islamischer Staat im Irak und den syrischen Aufständischen.

Dieser Blog veröffentlichte einen Meinungs-Artikel --- des arabischen Schriftstellers Mohammad Mahmoud und zirkulierte auf Jihadisten-Seiten und in den sozialen Medien --- der al-Baghdadis Erklärung verteidigte und sagte, dies wäre der richtige Schachzug des ISI, da der Westen andere Fraktionen der Aufständischen immer weiter bewaffnet.

Zu keinem Zeitpunkt jedoch wies Mahmoud darauf hin, daß al-Baghdadi einen Fakt verkünden würde. Er lobte die Intention.

Weil nun AP und Al Jazeera English bereits irrtümlich angenommen hatten, dies sei eine Erklärung von Jabhat al-Nusra, waren sie nicht in der Lage, diesen Unterschied zu erfassen. Stattdessen ließen sie und ihre medialen Partner die "lokale" Dimension der Geschicht aus.

Danach, 24 Stunden später, würden diese Sprachrohre aus der Audio-Botschaft von Jabhat al-Nusras al-Golani etwas Falsches heraushören --- oder sie lieber überhaupt nicht hören und stattdessen irrige einzeilige Zusammenfassungen davon verbreiten --- um ihre irregeleiteten Schlagzeilen zu bestätigen.

Hier kann es sich nicht um eine Geschichte über das handeln, was tatsächlich vor Ort passiert. Es muß eine Geschichte darüber sein, wie Al Qaida® westliche Interessen in einem Stellvertreterkrieg bedroht.

***

Es ist deshalb kein Zufall, daß es die Medien am Mittwoch vorzogen, die Geschichte von al-Golanis Audio-Botschaft als "Al-Nusra gelobt Treue zu Al Qaida" zu verkaufen.

APs Zweig in Beirut verbiegt die Geschichte noch weiter, man prescht nicht nur mit al-Golanis "Treueschwur" gegenüber Al Qaida vor sondern behauptet, daß der JAN-Führer "zum ersten Mal bestätigt hat, daß zwischen seiner Rebellengruppe und Al Qaida im Irak eine Verbindung bestünde".

AP gab sich keinerlei Mühe zu erwähnen, daß al-Golani sage, JAN sei eine lokale Gruppe die unter ihrem eigenen Banner operiert und behauptet stattdessen, daß "er nicht leugnete, sie hätten sich zusammen geschlossen".

Wechseln wir zum "Analysten" Brian Fishman von der New America Foundation, der die Gelegenheit ergriff, für Foreign Policy einen Artikel zu schreiben.

Fishman legt seine Karten sofort auf den Tisch und gibt offen zu, daß die Wahrheit der Geschichte nicht wichtig ist. In der Tat, was in Syrien vor Ort passiert ist nicht wichtig. Für Fishman zählt nur das reine Bild: "Relevant... ist nicht, ob Baghdadis Erklärung echt ist. Die wichtigen Fragen die man stellen muß lauten eher, wer entschied, unter welcher Marke das Ganze verkauft wird."

Unwissentlich hat Fishman damit den Nagen auf den Kopf getroffen --- "Al Qaida" ist eine Medien-Marke, ein Platzhalter, der eine Reihe von Werten transportiert, die alle genau das Gegenteil der "Werte" im Westen sind.

Nachdem dies so ist, bleibt Fishman deshalb seiner Bestimmung treu, die Wahrheit oder unbequeme Fakten daran zu hindern, eine Geschicht die gut Angst macht zu stören. Jabhat al-Nusras Führer al-Golani erklärte, daß JAN nicht mit dem Islamischen Staat im Irak in Verbindung steht, doch Fishman informiert uns darüber, daß nun die Frage "droht", "wie sich al-Nusras offene Verbindung zu Al Qaida auf seine Beziehungen zu anderen Rebellen-Gruppen auswirken wird, die gegen Assad kämpfen".

Beim weiteren Ausführen seines Themas der Kreation einer Marke merkt Fishman an, daß das "interessanteste Ergebnis" der "Erschaffung der ISIGS" --- einer nicht existierenden Gruppe --- darin besteht, daß der mythenhafte Al Qaida Chef Ayman al-Zawahiri immer noch im Amt ist.

Fishmans Beweis besteht darin, daß am Montag al-Zawahiri ebenfalls eine Erklärung veröffentlicht hat. Obwohl er keinerlei bedeutsame Informationen über die Erklärung liefert --- z.B. deren Bezug zu der Situation in Syrien --- versichert er dem Leser, daß die Gleichzeitigkeit mit der Erklärung vom Islamischen Staat im Irak auf einen "hohen Grad der Koordination mit Zawahiris Presse-Team" hinweist.

Weil dies eine Frage von Marketing ist, muß man den politischen Sachverhalt vor Ort nicht berücksichtigen. Ohne eine über die Erklärungen von Zawahari und al-Baghdadi hinaus gehende Untersuchung --- die er in voller Länge gelesen haben mag oder auch nicht, im Gegensatz zu einer übersetzten Zusammenfassung --- kann Fishman verlautbaren:

Al Qaidas Rolle innerhalb von Jabhat al-Nusra ist nun weitgehend bestätigt, was nicht weiter ermöglicht, sich hinter der Marke "Einheimisch" zu verstecken

Es macht Sinn, daß der Islamische Staat im Irak -- welcher die Legitimität der im mittleren Osten existierenden Grenzen grundsätzlich ablehnt -- seine unverholenen Gebietsansprüche bis auf Teile von Syrien ausweiten wird.

Doch kennt Fishman die Audio-Botschaft von Jabhat al-Nusras al-Golani? Das tut er und das führt zu einer putzigen Wendung, wenn auch zu einer die in der "Analyse" versteckt ist.

Fishman erkennt, daß al-Golanis Erklärung --- da sie Jabhat al-Nusras Unabhängigkeit betont --- seine These nicht unterstützt. Das ist jedoch kein Problem, denn al-Golanis Erklärung ist "zusammenhangslos".

So kann Fishman fortfahren und den klaren Hinweis ignorieren, daß sich die syrischen Aufständischen nicht mit dem irakischen Zweig von Al Qaida verbünden. Das Marketing wird nun mit einer politischen Empfehlung verbunden, wie mit der nicht existierenden Allianz umzugehen sei:

Die neue Markenauszeichnung von Jabhat al-Nusra könnte die juristischen Hürden senken, diese Gruppe mit Drohnen anzugreifen.

***

Fakt ist, daß eine lokale syrische Fraktion, wenn auch eine der bedeutendsten innerhalb der Aufständischen, auf den Druck einer mächtigen ausländischen Gruppe mit dem Bestehen auf ihrer Unabhängigkeit geantwortet hat. Sie hat zu verstehen gegeben, daß ihre Aktionen, ihr politischer und gesellschaftlicher Ansatz während und nach dem Konflikt von ihren Interessen in Syrien bestimmt sind.

Dies ist jedoch eine schwer zu verstehende Geschichte, berücksichtigt man die grundlegenden Komplexitäten eines sich schnell verändernden Konfliktes mit mehren Akteuren. Deshalb wählen die westlichen Medien und Analysten wie Fishman die einfachere wenn auch falsche Konstruktion, wie sich Al Qaida in Teilen der Aufständischen breit macht und nutzen die übliche Vereinfachung des Massenbewußtseins aus, Wir gegen Die.

Doch wie können sie in diesem Fall an dieser Konstruktion festhalten?

Jabhat al-Nusras al-Golani liefert ihnen mit seinem Lob der Gedanken von Al Qaidas al-Zawahiri einen Rettungsanker --- wie auch einen Aufhänger für Schlagzeilen --- was die Medien mit "Loyalität" übersetzen.

Diese Behauptung der Loyalität ist jedoch ein Trugschluß: al-Golanis Erklärung, daß er die Werte von al-Zawahiri teilt, ist etwas anderes als der Wunsch, ein regionaler Ableger von Al Qaida zu werden. Sympathie für eine Variante des Islam auszudrücken heißt nicht, militärische Operationen an eine Gruppe in einem anderen Land, in diesem Fall an "Al Qaida", zu übergeben. Al Qaida wurde in den vergangen Jahren dezimiert und ist nicht mehr als eine laute PR-Kampagne.

Es besteht die paradoxe Gefahr, daß die westlichen Medien, indem sie die falsche Geschichte von Al Qaida in Syrien fabrizieren, womöglich helfen, sie wahr werden zu lassen. Wenn Proklamationen lokale wie auch westliche Entscheidungsträger zu einem harten Kurs drängen, wie etwa Fishmans Drohnenangriffe oder andere verdeckte Angriffe auf Jabhat al-Nusra --- oder indem tatsächlich versucht wird, den Konflikt stärker zu beeinflussen, indem "gute" Aufständische belohnt und "böse" Aufständische bestraft werden --- dann könnte es zu Polarisierung und "Extremismus" kommen.


Quelle des Originalartikels: "Syria Special: The Media Creates the "Al Qa'eda Myth"
Copyright © 2013, EAWorldView. All rights reserved.
Ich danke EAWorldView für die Genehmigung, diesen Text übersetzen und veröffentlichen zu dürfen.
Für diese Übersetzung gilt das Standard-Lizenzmodell dieses Blogs ausdrücklich nicht.


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Erstellt: 14.04.2013 21:52
Geändert: 14.04.2013 21:52
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Ein Bericht warnt, daß es im Atommüll-Lager Hanford zu Wasserstoffexplosionen kommen könnte

07.04.2013 16:00


Autorin: Lauren McCauley, Mitarbeiterin von Common Dreams, 3. April 2013
Übersetzung: BrunO

Schema eines doppelwandigen Lagertanks in Hanford
Schema der doppelwandigen Tanks in Hanford (1968-1986 gebaut)
© Foto: Department of Energy Office of River Protection CC: BY via flickr 

Nach einem Bericht über Leckagen stellt eine Kommission für Atomsicherheit fest, daß es in Tanks mit Atomabfall zu gefährlichen Wasserstoffansammlungen kommt.


Tanks in der nuklearen Sperrzone Hanford, die sich am Columbia River in Benton Country in Washington befindet, droht das gefährliche Risiko der Ansammlung von Wasserstoff, was eine Explosion von radioaktivem Material auslösen könnte, wie eine Kommission für Atomsicherheit am Montag [01.04.2013] bekannt gab.

Die Sicherheitskommission für Nuklearanlagen des Verteidungsministeriums brachte diese Befürchtungen in einem Instruktionsschreiben an Senator Ron Wyden (Oregon) zum Ausdruck. Er ist Vorsitzender des Senats-Komitees für Energie und natürliche Ressourcen und hatte die Kommission im Vorfeld der Anhörung zur Amtseinführung des neuen Energie-Sekretärs von Präsident Obama in der nächsten Woche um eine Stellungnahme gebeten, welcher als Nuklear-Hardliner bekannt ist.

Die Kommission warnte vor dem Potential an Wasserstoff, das sich in den unterirdischen Tanks ansammeln könnte, insbesondere in jenen doppelwandigen Tanks, die hoch radioaktives Material enthalten, das zuvor aus einwandigen Tanks umgepumpt worden war.

“Alle doppelwandigen Tanks enthalten Abfall, der fortwährend eine gewisse Menge brennbares Gas erzeugt”, erklärte die Kommission. “Dieses Gas kann sich unter Umständen entzünden, wenn nicht für ausreichende Ventilation gesorgt wird.”

In diesem Jahr hatten Ermittler bereits festgestellt, daß aus sechs einwandigen unterirdischen Lagertanks bis zu 1.000 Gallonen radioaktiver Schlamm [ca. 3.800 Liter] pro Jahr ausliefen – ein Sachverhalt, den der bekannte theoretische Physiker Michio Kaku als “tickende Zeitbombe” bezeichnete.

Nach Auskunft von Associated Press wußten die Behörden von dem explosiven Potential der Wasserstoffansammlung und im letzten Herbst empfahl die Sicherheitskommission für Nuklearanlagen des Verteidigungsministeriums eine zusätzliche Überwachung und Ventilation der Tanks, mit deren Umsetzung die Bundesbehörden beschäftigt waren.

Die Bundesbehörden haben sich bisher um eine langfristige, nachhaltige Beseitigung der 56 Millionen Gallonen [ca. 212 Millionen Liter] an hoch radioaktivem Material gedrückt, die auf dem Gelände des ehemaligen Manhattan Projektes lagern.

In ihrer Stellungnahme wies die Kommission außerdem darauf hin, daß die Wiederaufbereitungsanlage, die gerade zur langfristigen Entsorgung des Abfalles gebaut wird, vor großen technischen Problemen steht, die “chemische Explosionen, unbeabsichtigte Kettenreaktionen und mechanisches Versagen” zur Folge haben könnten, wie die New York Times berichtet.

In einem Interview am Dienstag erklärte Wyden, daß die Fachleute der Kommission “ernsthaft in Frage stellen, ob diese Anlage überhaupt jemals in Betrieb gehen wird”.

Wyden fügte hinzu, “Der nächste Energiesekretär – Herr Dr. Moniz – sollte wissen, daß seine Hauptaufgabe darin bestehen wird, die Sanierung von Hanford wieder in Gang zu bekommen, und ich habe vor, darauf in seiner Anhörung zur Amtseinführung hinzuweisen.


Der Original-Artikel “Hanford Nuclear Waste Site at Risk of Hydrogen Explosion, Report Warns” wurde von Common Dreams unter Creative Commons: BY-SA (Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen) veröffentlicht. Für diese Übersetzung gilt das Lizenzmodell dieses Blogs.



Ich habe bereits 2010 für CSN-Deutschland einen Artikel über das Hanford-Gelände von @Dogmanblue übersetzt: “Wird aus nuklearem Sperrgebiet ein Vergnügungspark?”. Ich schrieb damals eine Anmerkung die mit folgendem Satz endete:

Die Herstellung der Atombomben hat einen ähnlichen Schaden wie deren Abwurf angerichtet und es ist noch weiteres Schadenspotential vorhanden.


Links:

Common Dreams auf Twitter: @commondreams
Fotostrecke aus Hanford des Department of Energy Office of River Protection auf flickr
“Hanford Site” ergibt auch auf Youtube viele Treffer
Bürgerinitiative Hanford Watch
Bürgerinitiative Downwinders


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Erstellt: 07.04.2013 16:00
Geändert: 07.04.2013 16:00
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Zyprioten: Macht es wie die Wikinger!

24.03.2013 01:32


Autor George Lakey für Waging Nonviolence, 23. März 2013
Übersetzung: BrunO

Die isländische Revolution der Kochtöpfe, 10. Januar 2009
Die isländische Revolution der Kochtöpfe, 10. Januar 2009
© Foto: Álvaro Zarzuela CC: BY-NC-SA via flickr 

Als die Banken von Schweden, Norwegen und Island außer Kontrolle gerieten, weigerten sich die Menschen, sie zu retten und der Wirtschaft dieser drei Länder bekam dies besser. Anstatt zuzulassen, von durch den IWF und der EU vertretene internationale Investoren schikaniert zu werden, könnten die Zyprioten, denen ein ähnliches Schicksal droht, eventuell ein Interesse daran haben, von den Wikingern zu lernen.

Der Bankensektor Zyperns lief so weit aus dem Ruder, daß er acht mal größer als die übrige Wirtschaft des Landes wurde. Vielleicht dachten die Banker, sie würden zum Scheitern zu groß werden, so daß das Land sie retten müßte. Doch weshalb sollen Bürger Bänker retten?

Es gibt einen besseren Weg, nämlich den, auf welchem die Skandinavier bestanden haben.

Wenn es zu einer Finanzkrise kommt, bedarf es einer Kombination aus öffentlichem Willen und dem Vorhandensein einer Alternative. Die Wikinger verbanden kluge Ökonomie mit der Kraft des organisierten Widerstandes, um die Alternative durchzusetzen. Als Präsidentschaftskanidat sagte Barak Obama 2008, er wisse, daß die Schweden mit ihrer Bankkrise korrekt umgegangen sind, aber er bestätigte auch, daß die Vereinigten Staaten nicht dem schwedischen Beispiel folgen werden. Wieso? Obama glaubte, daß wir ihn bei einer Konfrontation mit der Wall Street nicht durch eine spontane Massenbewegung unterstützen würden.

Was ist also die Alternative zu kriminelle Banken retten? Und was kann eine Bewegung tun, wenn die regierende Partei mit den 1% unter einer Decke steckt?

So sieht Demokratie aus, wenn Banken außer Kontrolle geraten

In den 1980er Jahren entfernten sich Norwegen und Schweden von dem, was bisher gut für sie war – dem demokratischen Sozialismus – und flirteten mit dem Neoliberalismus. Sie deregulierten und überließen die Finanzsektoren sich selbst. Die privaten Banken spekulierten und erzeugten Immobilienblasen. In den frühen 90er Jahren platzten die Blasen. Beide Nationen rutschten in eine Krise.

In Schweden waren 90 Prozent des Bankensektors von massiven Verlusten betroffen. Zum Glück regierten die Sozialdemokraten, die Partei der Arbeiterklasse, und sie entschieden sich gegen Rettungsschirme. Die Regierung verstaatlichte zwei der Banken, beschützten ein paar bei denen Überlebenschancen bestanden und ließ zu, daß der Rest bankrott ging. Die Aktienbesitzer bekamen nichts.

Wie man sah, waren drei der anderen großen Banken in der Lage, das erforderliche Kapital privat aufzubringen. Es wurden wieder Regelungen eingeführt und mit Schweden ging es aufwärts.

Diese Schwedische Version der gütigen Strenge hat die Wirtschaft derart gestärkt, daß 2008, als fast ganz Europa von der Finanzkrise gebeutelt wurde, für Schweden ein paar flexible Maßnahmen zur Minimierung der Störungen genügten. Die Banken des Landes waren bereits konsolidiert. Sein berühmtes soziales Sicherheitsnetz gewährte den Schweden weiterhin eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, Krankenversicherung, Schule und Ausbildung.

Das Resultat: 2011 nannte die Washington Post Schweden den “Rockstar der wirtschaftlichen Erholung”, mit doppelt so hohem Wirtschaftswachstum wie die Vereinigten Staaten, niedrigerer Arbeitslosigkeit und einer robusten Währung.

Als die Banken Norwegens außer Kontrolle gerieten, bemächtigte sich die Labor-Regierung der drei größten Banken, schmiß das leitende Management raus und sorgte dafür, daß die Aktionäre keine einzige Krone bekamen.

Die nun verstaatlichten Banken bekamen ein neues, rechenschaftspflichtiges Management und Zeit, alles wieder in Ordnung zu bringen. Die Regierung erklärte dem Rest des privaten Bankensektors, daß er allein zurecht kommen muß: Wenn die Bankiers Geld im Sparstrumpf haben, mit dem sie sich selber sanieren könnten, ist das gut; wenn nicht, können sie bankrott gehen. Es gäbe keine Möglichkeit, daß die Bürger Norwegens sie retten würden.

Die Lektion für den gesamten norwegischen Finanzsektor war unmißverständlich. Kein weiteres fahrlässiges Risiko: Riskieren Sie ihr eigenes Geld, nicht das anderer Leute. Banken die Geld in Sand setzen wird erlaubt, bankrott zu gehen, egal wie groß sie sind.

Die Regierung verkaufte nach und nach seine Anteile an den verstaatlichten Banken und machte einen Nettogewinn. Sie behielt einen Mehrheitsanteil an der größten Bank, wahrscheinlich zur Sicherheit, um zu verhindern, daß die Bank an ausländische Eigentümer verkauft wird.

Der Vizepräsident der St. Louis Federal Reserve Bank Richard G. Anderson befaßte sich mit den Reaktionen von Schweden und Norwegen auf ihre gleichzeitigen Finanzkrisen: “Die Lösung der Nordic Bank wird von vielen als die erfolgreichste in der Geschichte angesehen”, so schloß er. Durch das Zurückschlagen mit effektiven Eingriffen der Regierung, haben Norwegen und Schweden das Syndrom der “verlorenen Dekade” vermieden, das Japan nach seinem Zusammenbruch in den frühen 1990er Jahren hartnäckig verfolgte und das nun für die Vereinigten Staaten und einen Großteil Europas Wirklichkeit ist.

Den Aktivisten in den vielen Ländern, denen nun harte Sparkurse bevor stehen, können diese Beispiele als konkrete Alternative mit nachgewiesenem Erfolg dienen.

Doch was tun, wenn Deine Regierung in den Händen der 1% ist?

Über Jahrzehnte folgte Island dem “nordischen Modell”, mit hohem Lebensstandard, freier Hochschulbildung, Gesundheitsversorgung für alle, Vollbeschäftigung und einer starken Arbeiterbewegung. Die Regierung besaß die wichtigsten Banken.

Dann, in den späten 90ern wechselte die politische Führung Islands. Man fing an, Banken zu privatisieren und folgte dem internationalen Trend, der durch die Aufhebung des Glass-Steagall Gesetzes [PDF] in den Vereinigten Staaten ausgelöst wurde, ein Gesetz, das Investment-Banking vom normalem Bankgeschäft trennte. Nun waren die Banken frei, Besitzanteile in den Firmen ihrer Kunden zu übernehmen.

Indem sie den guten Ruf der isländischen Wirtschaft ausnutzten, eröffneten die größten Banken Niederlassungen im Ausland und kauften fremde Finanzinstitute. Sie begingen den Fehler der norwegischen und schwedischen Banken und erzeugten eine Immobilienblase und gingen dann noch weiter, indem sie hoch riskante Kredite an Beteiligungsgesellschaften vergaben. Wie in Zypern, blähten sich die isländischen Banken wie Luftballone auf, wurden um ein Mehrfaches größer als das isländische Bruttoinlandsprodukt.

2008 fiel Island einem der größten Bankzusammenbrüche der Geschichte zum Opfer. Arbeitslosigkeit und Inflation schossen in die Höhe. Im September befand sich die isländische Wirtschaft im freien Fall.

Aktivisten schlossen sich zu einer gewaltfreien Basisbewegung zusammen, um den Rücktritt der Regierung zu fordern. Sie versammelten sich in großer Zahl vor dem Parlamentsgebäude, schlugen auf Töpfe um Pfannen, um die Sitzungen im Innern zu unterbrechen – sie nannten es die “Küchengeräte-Revolution”.

Die Menschenmassen wuchsen auf 10.000 an – bei einer Gesamtbevölkerung von 320.000 – und die zunehmenden Turbulenzen zwangen den Premier Geir H. Haarde anzukündigen, daß er und sein Kabinett zurücktreten werden und es Neuwahlen geben wird. Obwohl die für das finanzpolitische Leben Islands verantwortlichen Politiker zurück traten, gaben sich die Aktivisten der Bewegung an diesem Punkt noch nicht zufrieden; sie forderten – und hatten damit Erfolg – den Rücktritt des Hauptvorstandes der Zentralbank.

Nun mischte sich die Partei ein, welche die Arbeiterklasse vertritt und versprach, daß es keine Rettungsgelder geben wird; und deshalb brachen die drei größten Banken zusammen. Die Regierung sorgte dafür, daß die isländischen Sparer ihr Geld zurück bekamen und gewährte bedrängten Heimeigentümern Schuldenerlaß. Firmen die vor dem Bankrott standen, jedoch Einnahmen hatten, wurden die Schulden erlassen. Die Regierung wertete ihre Währung ab, um Islands wichtigen Exportmarkt zu unterstützen.

Das Folgende dürfte für Aktivisten, die sich wehren wollen, besonders interessant sein: Island erkannte die Milliardenschulden gegenüber britischen und niederländischen Bürgern nicht an, die bei Online-Niederlassungen isländischer Banken Geld angelegt hatten. Von diesem Schachzug gingen Schockwellen durch die gesamte internationale Finanzwelt aus, trotzdem lehnten es die gewöhnlichen Isländer ab, für das wahnsinnige Benehmen ihrer Bänker verantwortlich zu sein. Diese Frage wurden den Wählern in zwei Referenden vorgelegt und zwei Mal sagten die Isländer “Nein”.

Anstatt zu versuchen, die internationalen Investoren zufrieden zu stellen, schuf Island Kontrollen für Kapitalbewegungen. Anstatt einen harten Sparkurs zu verlangen, erweiterte die Regierung sein soziales Sicherungsnetz. Das Resultat? Island erholt sich. Bis Juli 2012 lag die Arbeitslosigkeit bei 6 Prozent mit fallender Tendenz. Für die Wirtschaft wurde ein Wachstum von 2,8 Prozent erwartet.

Wie Ben Chu vom The Independent hervor hob, haben sowohl europäische Politiker als auch Rating-Agenturen seit der internationalen Krise von 2008 “verlangt, daß nationale Regierungen die Schulden ihrer Bankenbranche anerkennen, ihre Wechselkurse schützen, Einschränkungen des Kapitalflusses unterlassen und einen massiven Sparkurs verordnen, um das Vertrauen der Anleihenmärkte wieder zu gewinnen”.

Island hat diese Forderungen weitgehend ignoriert. Haben die Investoren Island dafür bestraft, so klug und von sich selbst überzeugt zu sein? Nein. Im Juni 2011 gab die Regierung Staatsanleihen von einer Milliarde Dollar mit einem Zinssatz von 6 Prozent aus, ein Angebot, das von Investoren zweifach überzeichnet wurde.

Für Zypern mag es an der Zeit sein, Tyrannen wie… , nun eben wie Tyrannen zu behandeln. Vielleicht ist es die Rolle der kleinen Länder, sich wie Erwachsene zu benehmen und Verantwortlichkeit durchzusetzen: Jene welche die Sauerei angerichtet haben, sollen sie auch wieder weg machen. Doch damit dies passiert, brauchen wir Bürgerbewegungen. Bewegungen die eine Vorstellung davon haben, wie die Alternative aussieht.


George Lakey ist Gastprofessor am Swarthmore College und Quäker. Er hat 1.500 Workshops auf fünf Kontinenten geleitet, sowie politische Projekte auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Er hat viele Bücher und Artikel veröffentlicht und schrieb “Strategizing for a Living Revolution” für das Buch “Globalize Liberation” (City Lights, 2004) von David Solnit. Das erste mal wurde er wegen einem Sit-in für Bürgerrechte festgenommen, zuletzt mit einer Earth Quaker Aktionsgruppe beim Protest gegen eine Bergtagebau-Kohlemine (mountain top removal).


Der Original-Artikel “People of Cyprus: Follow the Vikings!” wurde von Waging Nonviolence unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 veröffentlicht. Für diese Übersetzung gilt das Lizenzmodell dieses Blogs.

Waging Nonviolence auf Twitter: @wagingnv


Ergänzende Videos:


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Erstellt: 24.03.2013 01:32
Geändert: 25.03.2013 20:46
URL: http://blog.ufocomes.de/index.php?id=121



Eine Revolution von Menschen für das Leben

18.03.2013 23:51


Von den Free Syrian Translators am 17. März 2013 veröffentlicht
Übersetzung und Vorbemerkung: BrunO


Friedlicher Massenprotest im Hama, 22.07.2011 - © Foto: syriana2011 CC: By via flickr 

Dieser Text ist nicht mehr tagesaktuell, aber zeitlos, weil er den Ablauf des syrischen Aufstandes so erklärt, wie er mit gutem Willen auch per Twitter mitverfolgt werden konnte. Ich übersetze diesen Text, weil es bei uns immer noch sogar links-denkende Menschen gibt, die Assad als legitimen Vertreter des syrischen Volkes sehen, auf dessen Propaganda-Taktik hereingefallen sind und exakt seine Interpretation als wahre Beschreibung der Lage in Syrien wiedergeben. Diesen Leuten wünschte ich, unter dem Bombenhagel Assads leben zu müssen. Die Free Syrian Army entstand erst, nachdem der friedliche Aufstand mit brutaler Gewalt beantwortet wurde.

Antimilitarismus ist eine edle Einstellung und ohne Zweifel wäre es am besten, wenn alle Konflikte stets gewaltlos und demokratisch gelöst werden könnten. Dieser Standpunkt wird aber durch das was in Syrien geschieht auf äußerst unbequeme Art herausgefordert und es gibt kein Universalrezept, nach dem man sich immer richtig verhält, ohne selber nachdenken zu müssen. Der pazifistische Standpunkt ist dabei nicht weniger problematisch wie der neutrale. Die Begründung des linken antimilitaristischen Standpunktes, Leid zu verhindern oder zu verringern, kommt einem ungewollt abhanden. Linke Antimilitaristen vergessen oder sind zu jung zu wissen, daß wir ohne das Eingreifen der Alliierten hier in Deutschland u.U. noch im Hitlersystem leben müßten. Ein UN-Waffenembargo hat auch im ehemaligen Jugoslawien den bedrängten Menschen nicht geholfen, während die Flugverbotszone über Libyen half, Gaddafi zu überwinden. So etwas anzuerkennen ist nicht einfach, wenn man im Herzen ehrlich gegen Krieg eingestellt ist. Ich war und bin immer noch gegen den Irak-Krieg und habe deswegen damals sogar gute Freunde verloren. Dort wurde niemandem geholfen, außer den westlichen Ölmultis.

Der Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran muß auf jeden Fall öffentlich diskutiert werden. Der menschenverachtende Dreck mit Langzeitfolgen kam im Irak und im Balkan zum Einsatz und hoffentlich nicht in Libyen.

Nachdem die Welt – inklusive der meisten arabischer Nachbarstaaten, die Syrier im Stich gelassen hat, geht die Taktik Assads auf. Zusehends mischen sich Islamisten und vielleicht sogar Terroristen in den Widerstand gegen ihn ein. Sicher wird auch Al Qaida eine Chance wittern. Was Al Qaida überhaupt ist, würde den Rahmen dieser längst zu lang zu werden drohenden Vorbemerkung sprengen. Neben sehr realen Extremisten bezeichnet dieser Name auch ein Zweck-Konstrukt, das gedanklich die eigenen Organisationsstrukturen auf den Gegner überträgt. Jedenfalls ist für mich jeder, der Al Qaida an erster Stelle des Widerstandes sieht, ein Propagandist im Dienste von Assad und seinen Verbündeten. Am Ende des nun folgenden Textes der Free Syrian Translators habe ich ein offizielles Statement der Free Syrian Army auf Englisch von General Dr. Salim Idriss zum 2ten Jahrestag der syrischen Revolution eingebunden.


Der 2te Jahrestag der syrischen Revolution

Die glorreiche syrische Revolution wurde nicht durch einen magischen Anstoß plötzlich entfacht. Der Ausbruch der syrischen Revolution war die Folge mehrerer vorausgegangener Ereignisse, die während Jahrzehnten politischer Unterdrückung durch das Assad Senior Regime das ihrige dazu beitrugen.

Der Verfassungs-Aufstand in den 70er Jahren und danach brachten die Ereignisse in den 80ern die Weigerung der Menschen zum Ausdruck, die Machtanhäufung von al-Assad zu akzeptieren.

Der Damaszener Frühling und die mit ihm verbundenen Forderungen waren aufgrund der Unterdrückung des Regimes schnell vorbei. Er endete 2001.

Der Kurdenaufstand von 2004 mit seinem großen Momentum drückte den Widerspruch gegenüber der Ungerechtigkeit aus und forderte ein Minimum an bürgerlichen Rechten. Er wurde ebenfalls mit den härtesten Formen der Unterdrückung beantwortet.

Die Festnahmewellen gegen Blogger zwischen 2005 und 2006 sorgten in jenen Kreisen, die sich unter dem Regime marginale politische und kulturelle Freiheiten erhofft hatten, für ein Gefühl der Empörungen.

Der al-Hareeka Protest in Damaskus, am 17. Februar 2011, welcher mit seinen symbolischen Bezügen das Regime in seinem Machtzentrum herausforderte. Syrier skandierten “Das Syrische Volk soll nicht gedemütigt werden”.

Am 15. März 2011 gab es einen Protestaufruf im Hamdiyeh-Bezirk, in der Damaszener Altstadt. Die mutigsten jungen Männer und Frauen aller Sekten und Religionen marchierten und forderten in Sprechchören indirekt den Rücktritt des Regimes: “Nur Gott, Syrien und Freiheit”. An diesem Tag wurden zahlreiche Revolutionäre festgenommen.

Das Sit-In der Mütter jener politischen Gefangenen am nächsten Tag, in der Nähe des Innenministeriums. Das Schweige Sit-In vor der libyschen Botschaft und die Festnahme der teilnehmenden Aktivisten. Diese Aktivisten unterstützten das Recht anderer Menschen, Freiheit und Gerechtigkeit zu erlangen.

Der 18. März, der Tag, an dem der erste Märtyrer der Menschenwürde in Daraa getötet wurde. Danach gingen tausende Bürger Daraas für eine Revolution der Würde auf die Straße, um gegen die Verbrechen des Regimes an der Menschlichkeit zu protestieren. Das Regime seinerseits machte vor nichts halt, um mit den grausamsten Methoden darauf zu reagieren, nicht einmal davor, Daraas Kinder barbarisch zu foltern.

Dieser Tag bekam symbolische Bedeutung: Es war der Tag, welcher die Aufmerksamkeit der Welt auf das syrische Volk und seinen Kampf richtete. Er wird für alle Zeiten zur Geschichte der Revolution gehören. Die Explosion, deren Stattfinden so viele angezweifelt haben, fand schließlich statt.

Die Syrische Revolution hat während den ersten sechs Monaten niemals aufgehört, eine nahezu 100%tig friedliche zu sein. Sie setzte keine Waffen ein, um Gewalt zu beantworten. Sie verließ sich auf alle Methoden des zivilen Widerstandes und auf gewaltfreie Proteste. Der gewalttätigen Maschine des Regimes wurde mit Demonstrationen und einem weiten Spektrum an gewaltlosem Aktivismus begegnet. Die Menschen Syriens waren kreativ und entwickelten neue Ansätze, welche sie bis in die kleinsten Details anwendeten, um ihre Botschaft anderen Syriern, dem Regime und dem Rest der Welt zu vermitteln; ganz in der Hoffnung, daß irgendwer ihre Situation und ihre Forderungen verstehen wird. Leider hatte das Andauern der exzessiven Gewalt, die jeder gut kennt, unvermeidbare Konsequenzen. Folglich tauchten Waffen auf und die Free Syrian Army wurde gegründet, um die Bürger zu verteidigen.

Es kam zu einer Eskalation der Gewalt und auch die Opposition selber beging Fehler. Doch all diese Entwicklungen fanden statt, während die Staaten der Welt und die öffentliche Meinung zu dem schwiegen, was in Syrien vor sich ging, genau so wie die UN versagte, ihren Verpflichtungen gegenüber dem syrischen Volk nach zu kommen. Das Regime begann, die Propaganda von Terrorismus, Extremistengruppen, Bürgerkrieg und Glaubenstreitigkeiten zu verbreiten und ignorierte die Revolution vollständig.

Heute, nachdem zwei Jahre vergangen sind, haben die Syrier ihre Hoffnung nicht aufgegeben, trotz der Zerstörung der das Land zum Opfer fiel und trotz der Tragödie, die seinen Menschen widerfuhr. Jene die übrig geblieben sind, erheben ihre Stimme mit der ihnen übrig gebliebenen Kraft, um zu erklären, daß unsere Revolution eine Revolution von Menschen ist, die für das Leben streiten; ein Aufschrei angesichts der schweigenden Menschheit, dem Genozid und jenen, die nur Tote zählen.

In Tagen, denen der Geruch des Todes anhaftet, unter dem Schutt der Bombardierungen und Zerstörungen, im Schoß des Leids, in den Kerkern der Finsternis in den Gefängnissen, haben die Syrier an ihrer Revolution festgehalten und ihren Marsch zu Würde, Freiheit, Gerechtigkeit und Rettung und zum Leben fortgesetzt.

“Eine Revolution von Menschen für das Leben” ist eine viertägige Kampagne vom 15. zum 18. März. Sie will die Ereignisse der Revolution aus den letzten zwei Jahren dokumentieren; den Märtyrern gedenken und die Opfer des Syrischen Volkes zurück in’s Bewußtsein bringen; und die Welt an die Grundwerte der Humanität erinnern, die Grund der Revolution waren: Würde, Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.


Offizielle Facebook-Seite von “Human’s Revolution in the Sake of Life”: https://www.facebook.com/SyrRev2

Weitere Informationen zur Kampagne: http://issuu.com/syrianrev2/docs/enhumanforlife

Quelle des Original-Textes: A Human Being’s Revolution for Life

Free Syrian Translators auf Twitter: @FreeSyrTranslat


Message from FSA Chief of Staff – 2nd Anniversary of the Syrian Revolution
vom 15.03.2012


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Erstellt: 18.03.2013 23:51
Geändert: 18.03.2013 23:51
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