Initiative Pro Netzneutralität

Das Patriarchat bringt Mutter Erde um, nur Frauen können Sie retten

21.03.2015 22:51

Autor: Dr. Nafeez Ahmed für The Ecologist, 13. März 2015
Übersetzung: BrunO


Die globale Epidemie der Gewalt gegen Frauen und deren systematischer Ausschluß von den Machtstrukturen die uns regieren, gehören unverzichtbar zur gewaltsamen Ausbeutung der Erde und ihrer Ressourcen durch den Mann, schreibt Nafeez Ahmed. Der Kampf die Erde zu retten muß mit der Stärkung der Rolle der Frau beginnen - und das bedeutet, unsere Mittäterschaft an ihrer Unterdrückung und Ausbeutung zu beenden.

From The Destruction... we Shall Return
© Grafik: imad abu shtayyah CC: BY-NC via behance.net - Twitter: @imadabushtayyah 
Letzten Sonntag, am 8. März war der internationale Frauentag, doch trotz der Feiern und der sich über den ganzen Tag erstreckenden Würdigung von Frauen in den weltweiten Medien wurde kaum beachtet, wie sehr die systematische Marginalisierung von Frauen integraler Bestandteil von dem ist, was ich "Krise der Zivilisation" nenne.

Die Bemühungen der UN und anderer offizieller Stellen, die zentrale Bedeutung von Frauen im Kampf gegen den Klimawandel hervorzuheben sind löblich, doch sie gehen einfach nicht weit genug, um zu zeigen, wie sehr von Männern dominierte Institutionen und Strukturen direkt für die gesellschaftliche Entmündigung von Frauen verantwortlich sind.

Eine oder viele Krisen?


Die globalen Krisen mit denen wir heute zu tun haben sind zahlreich, doch ihre Verschiedenheit täuscht uns.

Wenn wir genauer hinsehen, sind diese anscheinend unterschiedlichen Krisen wie Klimawandel, schwindende Energiequellen, Verknappung von Nahrungsmitteln, ökonomischer Zusammenbruch und gewalttätige Konflikte in Wirklichkeit keine eigenständigen Probleme. Eher sind sie inhärent zusammenhängende Symptome einer schwerwiegenderen globalen Störung.

Alle diese Krisen hängen elementar damit zusammen, daß unser globales System zunehmend die ökologische Belastbarkeit unserer Umwelt überfordert.

Die reiche industrialisierte Klasse [PDF] der Welt akkumuliert und verbraucht zu viele Ressourcen und Rohstoffe dieses Planeten. Dabei werden riesige Mengen von zunehmend sich verteuerndem und schmutzigem fossilem Öl verbrannt, noch nie dagewesene Mengen an Müll und Kohlendioxyd auf eine Art und Weise in die Umwelt entsorgt, welche die Ökosysteme destabilisiert und ironischerweise so die Lebenshaltungskosten in die Höhe treibt und es uns unmöglich macht, auf einem derart hohem Niveau des Überkonsums weiter zu leben.

Dies vergrößert die globale Ungleichheit, erzeugt mehr Armut und Mangel, während es die Fähigkeit von Staaten überfordert, weiterhin öffentliche Dienstleistungen bereit zu stellen. Dies wiederum verschärft gesellschaftliche Unruhen, führt zum Ausbruch von Bürgerkriegen und internationalen Konflikten.

Unsere weitverbreitete Wahrnehmung dieser Krisen als voneinander unabhängig ist selbst ein Symptom einer epistemologischen Krise, die auf unsere fragmentierte Wahrnehmung des Lebens und der Natur zurück geht. 1) s.u.

Dies ergibt sich daraus, daß Energie, Ökonomie und Umwelt nicht voneinander getrennt sind. Es handelt sich um rein konzeptuelle Abstraktionen die wir entwickelt haben um Sachverhalte zu verstehen, die durch und durch miteinander verwoben sind.

Unsere fragmentarische und reduktionistische Weltsicht spielt dabei ein große Rolle. Unsere Wissenschaften sind nicht nur derart spezialisiert, daß es uns an ganzheitlichen, umfassenden Konzepten fehlt, um Zusammenhänge zwischen Physik, Biologie, Gesellschaft, biophysikalische Umwelt, Ökonomie, Kultur und vielen anderen Dingen herzustellen. Diese Unfähigkeit, anhand von Details das Ganze zu erkennen bedeutet auch, daß wir nicht nur in unserem Verständnis der Welt, sondern daß wir in unserer Fähigkeit eingeschränkt sind, auf die sich nun verschärfenden Krisen zu reagieren.

Angesichts der Krise der Zivilisation bedeutet dieser fragmentierte Reduktionismus, daß wir uns selbst nicht als Teil der natürlichen Welt, sondern als die Beherrscher der Natur verstehen. Auf diese Weise haben wir unter der Doktrin der neoklassischen, nun neoliberalen Ökonomie das empirisch widerlegte imaginäre Leistungsprädikat des "unbegrenzten materiellen Wachstums" zum Gott erhoben, obwohl ein solches im wahrsten Sinne des Wortes physikalisch nicht möglich ist.

Wir haben die natürliche Welt in ihrer Gänze, einschließlich allem was auf dem Planeten lebt und nicht lebt, dem unhinterfragbarem Diktat des "Marktes" unterworfen. Infolge dessen wurde alles zur Ware und es entstand die Vision einer sich selbst aufrecht erhaltenden Kultur des Massenkonsums, was unsere Abhängigkeit vom unbegrenzten Wachstum, aber auch unsere Blindheit gegenüber dem sich daraus ergebenden selbstmörderischen Kurs verstärkte.

Diese Trennung zwischen den Menschen und der natürlichen Ordnung spiegelt sich in der inneren Dynamik des globalen Systemes wieder: die wachsende Disparität zwischen Arm und Reich, die sich ausweitenden Feindseligkeiten zwischen Muslimen und nicht Muslimen, die wachsende Spaltung zwischen Weißen und nicht Weißen und natürlich die weiterhin bestehende Ungleichheit der gesellschaftlichen Machtverteilung zwischen Männer und Frauen.

All diese Fälle zeigen uns, daß unsere rücksichtslose Plünderung unseres eigenen, planetaren Lebenserhaltungssystemes mit unserer penetranten Neigung zusammen hängt, alles zu trennen, auszuschließen und zum "Anderen" zu machen, oft auf eine derart hinterhältige Art, die es uns schwierig und sogar schmerzhaft macht, diese Vorgänge einzugestehen. Doch bis jetzt ist in diesem Kontext das Patriarchat am allerbeständigsten, auch wenn man dies immer noch nicht zugeben möchte.

Der Klimawandel hat ein Geschlecht


Naturkatastrophen, die auf den Klimawandel zurück zu führen sind, werden häufiger. Die Zahl der Katastrophen hat sich zwischen 2000 und 2009 im Vergleich zu 1980 bis 1989 verdreifacht, die meisten davon hatten etwas mit dem Klima zu tun. Die meisten Opfer dieser Katastrophen waren ausnahmslos Frauen.

Im Durchschnitt sterben bei Katastrophen konstant mehr Frauen als Männer, in einigen Fällen sind es 90% weibliche Opfer. Nach Daten der UN [PDF] ist für Frauen das Risiko bei einer Naturkatastrophe umzukommen 14 Mal höher als für Männer.

Frauen leiden auch disproportional stärker unter den Folgen solchen Katastrophen, die das Risiko sexueller Übergriffe erhöhen, den Schulbesuch von Mädchen verhindern und ähnliches. Für die höhere Gefährdung kann es zahlreiche Gründe geben: eine schwächere Ökonomie, geringere Verfügbarkeit von Technologien wie Mobilfunk-Telefone (was eine geringere Wahrscheinlichkeit bedeutet, rechtzeitig gewarnt zu werden), der Kultur geschuldete verminderte Bewegungsfreiheit etc.

Letztendlich besteht einer der Hauptgründe, weshalb Frauen durch den Klimawandel disproportional zu Schaden kommen darin, daß sie sowieso marginalisiert sind. Das heißt, die Auswirkungen des Klimawandels in Gestalt von extremem Wetter, Wassermangel und Mißernten, treffen Frauen am stärksten.

Armut hat ein Geschlecht


Eine der deutlichsten Manifestationen der systematischen Entrechtung von Frauen ist Armut. Nahezu eine Milliarde Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze, welche die Weltbank als tägliches Einkommen von 1,25 Dollar definiert.

Nach derzeitigem Stand haben die 50 reichsten Menschen ungefähr das gleiche jährliche Einkommen wie die ärmste Milliarde. Nach Angaben des UN-Entwicklungsprogrammes (1995) sind 70% davon Frauen.

Aufgrund begrenzter und dürftiger Daten aus der laufenden Forschung ist es nicht eindeutig festzustellen, inwieweit dieser Prozentanteil aktuell wächst. Doch es ist nicht zu bezweifeln, daß Frauen in der [sog.] weniger entwickelten Welt ökonomisch sehr viel schlechter als Männer dastehen.

In Wirklichkeit ist das Ausmaß der Armut sehr viel größer als im Allgemeinen angenommen wird. In seinem Bericht an den Generalsekretär der OECD von 2013 kommt beispielsweise der Ökonom Stephen Klasen von der Universität Göttingen zu dem Ergebnis [PDF], daß die ein Dollar pro Tag Regel die "Grenze ihrer Brauchbarkeit und Relevanz" erreicht hat.

"Dies hängt zum Teil mit der wachsenden Zahl armer Menschen in Ländern mit mittlerem Einkommen zusammen - wo der pro Kopf Verbrauch und die nationale Armutsgrenze wesentlich über 1,25 US-Dollar pro Tag liegen."

In einem aktuellen Leitartikel räumte Kaushik Basu, der Chefökonom der Weltbank ein, daß deren Definition von Armut "von Vielen als schockierend niedrig kritisiert wird". Dennoch hat die Weltbank nichts unternommen, ihre zweifelhafte Definition zu korrigieren. Diese Unterlassung macht es ihr möglich, lauthals Behauptungen zu verbreiten, daß Millionen Menschen die 1,25 Dollar Grenze überwunden haben und nun zu denen die der Armut entkommen sind gezählt werden können, obwohl sie tatsächlich weiterhin arm sind.

Weiterhin verdammt Basu das Fortbestehen der Armut als "kollektives Versagen". Das scheinen starke Worte zu sein, doch sie täuschen darüber hinweg, daß man letztlich niemand beschuldigt, wenn man 'alle' für etwas verantwortlich macht. Tatsächlich kann dieses 'Versagen' ziemlich eindeutig der strammen neoliberalen Politik der Bank selbst zugeschrieben werden.

Zur neoliberalen Politik gehörte das Zusammenkürzen staatlicher Ausgaben für Gesundheit, Bildung und andere öffentliche Leistungen, das Öffnen der Länder für schnelle Privatisierung und ausländische Investitionen und als Konsequenz, die Zunahme von staatlicher und öffentlicher Verschuldung. Nach einem UN-Bericht [PDF] führte dies ausnahmslos zu gebremstem Realwachstum und "verringertem Fortschritt, nach allen sozialen Indikatoren, welche für die Einschätzung von öffentlicher Gesundheit und erfolgreicher Bildung zur Verfügung stehen".

Nach Ansicht von Valentine Moghadam [PDF], Chefin für Gleichstellung der UNESCO-Menschenrechtsabteilung, "war die armutserzeugende Natur der neoliberalen Restrukturierung für Frauen besonders verheerend". Es ist "unbestreitbar", daß sich Frauen in einer "benachteiligten Position" befinden, in welcher "Frauen in Armut doppelt unter der Vorenthaltung ihrer Menschenrechte leiden - zum einen wegen der fehlenden Gleichberechtigung, zum anderen aufgrund der Armut".

In der Tat verdienen Frauen nur 10% des Welteinkommens und etwa halb so viel wie Männer, obwohl ihre Arbeitsstunden 70% der global geleisteten Arbeitszeit ausmachen.

Häufig bedeutet die ökonomische Benachteiligung von Frauen, daß sie sozial gefährdeter sind und deshalb leichter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und anderen geschlechtsbasierten Formen der Gewalt zum Opfer fallen. Weil der Klimawandel die zu Armut führenden Bedingungen verschärft, bedeutet dies, daß die meisten der Betroffen Frauen sind.

Nahrung und Wasser haben ein Geschlecht


Trotz allem weit davon entfernt, rein passive Opfer zu sein, bleiben Frauen für mögliche positive soziale Veränderungen unter solchen Voraussetzungen aufgrund ihrer unverzichtbaren Rolle bei der Verwaltung natürlicher Ressosurcen von absolut zentraler [PDF] Bedeutung.

Als hauptsächliche Sammler von Brennmaterial und Wasser für ihre Familien und als Grundversorger, in dem sie Energie für die Zubereitung von Nahrung verwenden, ihre Kinder aufziehen und die Kranken versorgen, stehen Frauen in erster Reihe, Gesundheit, Wachstum und Wohlergehen von Gemeinden aufrecht zu erhalten.

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, daß der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten zu häufigeren Dürren, Erosion von Küstensystemen, Versauerung der Ozeane, Zerstörung der Biodiversität, Ansteigen der Meeresspiegel und zu Veränderung der Jahreszeiten führen wird. Als Folge wird die globale Erwärmung die Wasserverknappung intensivieren und die Nahrungsversorgungssysteme für Milliarden von Menschen in überwiegend weniger entwickelten Ländern gefährden.

Dies bedeutet, daß die bei der Bereitstellung von Nahrung und Wasser eine derart wichtige Rolle spielenden Frauen von den durch den Klimawandel sich verschlimmern Lebensmittel- und Wasserkrisen am meisten betroffen sind.

Insgesamt verdienen Frauen [PDF] zwischen 30 und 80% von dem, was Männer jährlich verdienen. Von den 743 Millionen erwachsener Analphabeten sind zwei Drittel Frauen. Frauen machen ungefähr die Hälfte der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in weniger entwickelten Ländern aus, besitzen aber nur etwa 10 bis 20% des Landes. Auch bewegen sich Frauen meistens täglich über weite Strecken, oft allein, um Wasser zu holen. Dadurch sind sie einer höheren Gefahr von Gesundheitsproblemen und Angriffen ausgesetzt.

Alles in Allem macht der Klimawandel Frauen ärmer, erodiert ihre ökonomischen Möglichkeiten, schränkt ihren Zugang zu Lebensmittel und Wasser ein und macht sie für Ausbeutung anfälliger. Dies höhlt unweigerlich die Integrität, den Zusammenhalt und die Nachhaltigkeit von Familien und Gemeinden aus.

Gewalt hat ein Geschlecht


Eine weitere wesentliche Auswirkungen des Klimawandels ist natürlich seine Eigenschaft, Instabilität und Konflikte zu verstärken, da Regierungen, die darauf versessen sind, wie bisher weiter zu machen, mit zunehmender Verknappung der Ressourcen konfrontiert werden, die sie nicht bewältigen können.

Viele Studien haben einen definitiven Zusammenhang zwischen der Beschleunigung des derzeitigen Klimawandels und der Häufigkeit von gewaltsamen Konflikten nachgewiesen.

Doch die meisten Opfer von Konflikten sind Frauen und Kinder, sei es durch sexuelle Gewalt als Kriegstaktik oder als Ziel willkürlicher Angriffe auf Zivilisten. Gewalt gegen Frauen erreicht während Konflikten und Aufständen ihren Höhepunkt. "Mittlerweile ist es im Konfliktfall gefährlicher, eine Frau zu sein, als ein Soldat." sagt Major General Patrick Carnmaert, ein früherer Kommandeur von UN-Peacekeeping Operationen.

Doch der Klimawandel verschärft Konflikte nicht selbst. 2010 zeigte eine Studie über Konflikte in Afrika in den Proceedings der National Academy of Sciences (PNAS), daß die Art, wie sich der Klimawandel auf eine Gesellschaft auswirkt, von der lokalen Politik, Ökonomie und Kultur abhängt.

Der Hauptgrund, weshalb afrikanische Länder für Unruhen und gewaltsame Konflikte so anfällig sind, so zeigt die PNAS Studie, hängt neben anderen Faktoren davon ab, wie sehr ihr sozialer Zusammenhalt unter der Einwirkung neoliberalen kapitalistischer Reformen auseinander gerissen wurde, welche der IWF und die Weltbank ihnen aufgebürdet haben.

Weiter davon entfernt, zur 'Entwicklung' beizutragen, haben die Bemühungen, Afrika in die räuberische globale Finanzwelt zu integrieren, deren Gesellschaften weitgehend verwüstet, indem die Säuglingssterblichkeit in die Höhe getrieben, Ungleichheiten verschärft und regionale Staaten unter untragbaren Schulden begraben wurden.

Die neoliberale Restrukturierung hat eine neue Kriegsökonomie in der weniger entwickelten Welt erzeugt, Gemeinschaften entwurzelt, ethnische Gegensätze und Stammesrivalitäten verstärkt. Der daraus resultierende soziale Zusammenbruch erlaubt das Wiederaufleben von Extremismus, da die Menschen auf der Suche nach Sicherheit zu Traditionen, Identitäten und Mythen Zuflucht nehmen.

Das wiederum trifft wie bereits erwähnt, meistens und zu aller erst die am stärksten Gefährdeten, insbesondere Frauen und Kinder, in Gestalt von kulturell sanktionierten Verbrechen wie Ehrenmorde, weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheiraten und dergleichen.

Geheime Dokumente der Weltbank, die vor ein paar Jahren geleakt wurden zeigen, daß den Finanzinstitutionen diese enorm destabilisierende Wirkung der neoliberalen Restrukturierung voll bekannt ist. Beispielweise sagte ein Länderhilfsplan der Weltbank für Ecuador von 2000 korrekt voraus, daß die vorgeschlagenen Reformen "soziale Unruhen" entfachen werden.

Doch das war nur Teil eines größeren Bildes. Wie Joseph Stiglitz, der ehemalige Chefökonom der Weltbank es auszudrücken pflegte, führte das neoliberale Paket aus Privatisierung und Liberalisierung all zu häufig zu dem, was er "IWF-Aufstände" nannte.

Der unregulierte globale Kapitalismus verschlimmert so die schlimmste Verarmung und soziale Verwerfungen, was zu Krieg und Zerrüttung führt und worunter Frauen am meisten leiden.

Vergewaltigung ist gut für das Business


In diesem Mix spielt der globale Handel mit Handfeuerwaffen eine besondere Rolle. Sarah Masters, Frauen-Netzwerk Koordinatorin vom International Action Network on Small Arms weist darauf hin, daß ohne die massive Verbreitung leichter Kampfmittel und Handfeuerwaffen die Mißhandlung und Vergewaltigung von Frauen "in derart großem Umfang, in den meisten Konflikten weltweit", schlichtweg nicht möglich wäre.

Handfeuerwaffen ermöglichen nicht nur Vergewaltigung und andere Formen des sexuellen Mißbrauchs, sondern auch Entführungen, Zwangsversklavung und Zwangsprostitution.

Doch der Handel mit leichten Waffen ist schnelles Geld für den westlich dominierten militärisch-industriellen Komplex. Zu den weltweit größten Exporteuren leichter Waffen gehören die USA, Italien, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Russland, Frankreich, Belgien, Spanien und andere. Der Auftragswert des Handels mit Kleinwaffen beläuft sich auf 8,5 Milliarden Dollar (gut 7,9 Milliarden Euro) pro Jahr.

Dies ist aber nur ein Bruchteil des Waffenhandels, mit welchem die Top-Firmen einen Umsatz von 395 Milliarden Dollar machen. Die großen Interventionen im Irak und in Afghanistan haben die Profite solcher Rüstungsunternehmen signifikant erhöht.

Insgesamt gehen nahezu 60% aller Umsätze der Top 100 Firmen auf das Konto von US-Firmen, mit Lockheed Martin und Boeing an erster und zweiter Stelle, an dritter Stelle gefolgt von den britischen BAE Systems.

Doch während die Rüstungsfirmen Geld scheffelten, waren die Auswirkungen vor Ort verheerend: dies ist der Teufelskreis des neoliberalen Kapitalismus. Die Weltbank und der IWF entwurzeln Gesellschaften und heizen Konflikte an, indem sie Länder für ausländische Investoren öffnen, während Waffenfirmen einfallen und ein Bombengeschäft damit machen, an alle Seiten des Mahlstroms Waffen zu verkaufen. Gleichzeitig nehmen Vergewaltigung und Mißhandlung von Frauen epidemische Ausmaße an.

Sowohl in Ländern in denen eine westliche Intervention und Okkupation stattfand, wie der Irak, Afghanistan und Palästina, als auch in weniger entwickelten Regionen wie Afrika [PDF], hat sich Gewalt gegen Frauen in allen Bereichen des Lebens festgesetzt und eingenistet.

Beispielsweise unter dem von den USA gestützten Regime im Irak, tragen Frauen die Hauptlast wachsender geschlechtsbasierter Gewalt, unzulänglicher Infrastruktur, politischer Exklusion und Armut. Doch entgegen aller Umstände sind es irakische Frauen, die in bürgerlichen Organisationen und sozialen Bewegungen an vordersten Front des Engagements für Rechte stehen.

Was alles noch verschlimmert ist, daß Gewalt gegen Frauen auch außerhalb von bewaffneten Konflikten gang und gäbe ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte 2013 fest [PDF], daß 35% aller Frauen physischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt waren, entweder durch jemand den sie kennen oder durch Fremde. Eine von drei Frauen weltweit, die in einer Beziehung war, wurde Opfer physischer oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner.

Damit niemand auf die Idee kommt, dies wäre vor allen eine rückwärts gerichtete 'Dritte Welt' Erscheinung, hat eine neuere EU-weite Studie gezeigt, daß überall in Europa eine vor drei Frauen über 15 Jahren Opfer einer Form von physischer oder sexueller Mißhandlung war. Die Zahlen für die Vereinigten Staaten sind ähnlich, nach denen eine von drei Frauen häusliche Gewalt erlebt hat und eine von fünf Frauen vergewaltigt worden ist.

Macht hat ein Geschlecht


Angesichts dieser überwältigenden, asymmetrischen von Männern gegen Frauen ausgeübten Gewalt verwundert es nicht, daß Frauen weltweit auch bei den häufigsten psychischen Erkrankungen übermäßig repräsentiert sind. Depression kommt bei Frauen z.B. doppelt so oft wie bei Männern vor.

Generell scheinen mehr Frauen auch an anderen häufigen Störungen zu leiden, wie z.B. Angstzustände und 'somatische Beschwerden' - physische Symptome ohne medizinische Erklärung. 2) Andererseits besteht bei Männern eine drei mal höhere Wahrscheinlichkeit für antisoziale Störungen der Persönlichkeit.

Epidemiologische Studien aus dem gesamten englischsprachigen Westen zeigen, daß dieses Muster in den führenden 'egoistisch kapitalistischen' Staaten viel ausgeprägter ist. Die Raten mentaler Erkrankungen bewegen sich in diesen Ländern im Vergleich zu anderen nicht nur auf Rekordniveau, sondern Frauen sind wieder einmal in größerer Zahl betroffen.

Bei Frauen besteht in diesen Länder eine 75% höhere Wahrscheinlichkeit für Depressionen und eine 60% höhere für Angststörungen als bei Männern. Männer werden hingegen zweieinhalb mal häufiger von Suchtmitteln abhängig als Frauen.

Nach Aussage des klinischen Psychologen Prof. Daniel Freeman von der Oxford University "erkennt man darin ein Muster - Frauen neigen dazu, eher an dem zu leiden, was wir 'innere' Probleme nennen, wie etwa Depressionen oder Schlafstörungen. Sie suchen die Probleme bei sich selber, wie es scheint, während Männer externalisierende Probleme haben, wobei sie Dinge aus ihrer Umgebung verantwortlich machen, wie z.B. Alkohol oder Probleme die sie ärgern".

Oft sind Frauen Zielscheibe von solchen unverkennbar männlichen mentalen Gesundheitsproblemen.

Diese geschlechtsbezogene Differenzierung bei der mentalen Gesundheit spiegelt die fundamentale Machtdisparität zwischen Männern und Frauen eindeutig wieder, ethnische Schranken und Klassengrenzen verschlimmern dies. Welche Facette der Zivilisationskrise wir auch betrachten, Frauen sind immer jene, die am allerschlimmsten davon betroffen sind.

Dies läßt vermuten, daß das Patriarchat selbst eine Funktion einer tief verwurzelten sich selbst erhaltenden Malaise ist, die sich wie Krebs über die gesamte industrielle Zivilisation ausgebreitet hat.

Apelle für mehr Gleichberechtigung, um etwas dagegen zu unternehmen, sind schön und gut. Doch meistens gelingt es den Bemühungen zu denen sie führen trotz vielleicht guter Absichten nicht, die systemischen Ursachen dieser Ungleichheit in den globalen - nicht etwa nur lokalen - politischen, ökonomischen und kulturellen Strukturen des Patriarchats zu akzeptieren.

Frauen werden systematisch von wichtigen Machtpositionen und Entscheidungsprozessen fern gehalten, in jedem Bereich der Gesellschaft, in allen Erdteilen, egal ob arm oder reich. Sie werden institutionell und direkt diskriminiert, sei es in der Politik, in der Arbeitswelt, in der Kunst, in Medien und Kultur.

Dies ist nicht einfach nur zum Schaden der Frauen: die ökonomische Marginalisierung von Frauen kostet die globale Ökonomie jährlich viele Billionen Dollar, was der Stabilität des Ganzen enorm zusetzt.

Trotzdem befindet sich der größte Teil der Weltressourcen im Besitz und unter Kontrolle einer winzigen Minderheit der Weltbevölkerung, in Gestalt wechselseitiger 'Drehtür-Verbindungen' zwischen Konzern-, Finanz-, Regierungs-, Verteidigungs-, Industriesektoren, Medien- und anderen.

Es ist das Geflecht dieser Top 90 Gruppe transnationaler Konzern-Monolithen - zu denen die mächtigsten Öl-, Gas- und Kohlefirmen der Welt gehören - welches für zwei Drittel der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.

Und wer führt diese Konzerne? Während des letzten Jahrzehnt hat die Zahl der Frauen in den Führungsetagen von US-Konzern bei ungefähr 17% stagniert. Selbst in Ländern die besser sind, ist der Unterschied nicht groß. Schweden und Finnland liegen z.B. bei rund 27%.

Insgesamt haben uns Jahrzehnte an Diversifikation so gut wie nirgendwo hin gebracht, wenn Konzernführungen zu 88% weiß und zu 85% männlich sind. Sieht man sich die 500 erfolgreichsten Firmen an, so sind nur 4% der Geschäftsführer Frauen, von denen alle weiß sind.

Alle diese giantischen Firmen versuchen ihre Gewinne zu maximieren, egal was es Mensch oder Umwelt kostet. Sie nutzen die zunehmende Verknappung der Ressourcen aus und steigern Investitionen durch lukrativen Landraub für die landwirtschaftliche Produktion, die Gewinnung mineralischer Rohstoffe und betrügerische Geschäftsmodelle im CO2-Handel.

In weniger entwickelten Regionen wie Afrika, "hat dies einen unmittelbar Einfluß auf die Möglichkeiten der Frauen das Land zu nutzen, auf ihren Lebensunterhalt, auf die Verfügbarkeit von Nahrung und auf die Lebenshaltungskosten und letztendlich, auf den Zugang der Frauen zum Land, um Lebensmittel anzubauen", berichtet Oxfam.

Der planetarischen Frauenfeindlichkeit entgegentreten


Die systematische Marginalisierung und Unterdrückung von Frauen ist keine zufällige Erscheinung unserer zivilisatorischen Krise. Sie ist eine unverzichtbare und grundlegende Stütze der allgegenwärtigen Ungerechtigkeit des globalen Systemes. Die globale Gewaltepidemie gegen Frauen ist inhärent mit unserem von Männern dominierten System der Gewalt gegen die gesamte natürliche Welt verbunden.

Der Vergewaltiger, der Peiniger, unterscheidet sich nicht vom unersättlichen Tyrannen, einem Sklaven seiner sadistischen Begehrnisse, dem jegliches Mitgefühl für den Schmerz fehlt, welcher bei deren Befriedigung zugefügt wurde.

Gewalt gegen Frauen bedeutet Macht, Selbstbelohnung durch Beherrschung und Kontrolle, extremer Egoismus und Narzissmus und letztlich ein Mangel an Mitgefühl, der an eine Psychopathologie grenzt. Unsere systembedingte Gewalt gegen die Natur ist genau so ultimativ.

Während die ausbeuterische Plünderung der planetaren Ressourcen mit dem Ziel des unbegrenzten materiellen Wachstums weitergeht, setzt das globale System seinen asymmetrischen Krieg gegen Frauen fort, genau so wie es Spezien ausrottet, Ökosysteme zerstört und die Ressourcen für Profit und Macht einer kleinen Minorität erschöpft.

Die Kluft zwischen den Geschlechtern ist nicht einfach nur ein Spiegelbild dessen, daß die Menschheit sich nicht als Teil der Natur begreift: sie ist beides, Symptom und vorantreibende Ursache dieser falschen Verortung.

Doch dies macht keinen Sinn. Der gegenwärtige globale Kapitalismus mag ein paar Leute reicher machen, doch er macht mehr Menschen ärmer und unglücklicher, indem Unsicherheit und Kriege zunehmen. Und bis spätestens Ende dieses Jahrhunderts, droht uns nach übereinstimmender Ansicht unserer besten Wissenschaftler die Aussicht auf einen unbewohnbaren Planeten, wenn wir wie bisher weitermachen.

Das globale System versagt und der Massenmord, der Mißbrauch und Mord von Frauen durch Männer steht im Zentrum dieses Versagens: Frauenfeindlichkeit ist integrale Funktion der planetaren Zerstörung.

Wenn wir den Planeten retten wollen, muß das Patriarchat sterben. Das heißt, Verantwortung erkennen und für die Tatsache übernehmen, daß das Patriarchat integraler Bestandteil der Machtstrukturen ist, die wir im Osten wie im Westen als selbstverständlich ansehen.

Wir können nicht weiter warten. Wenn die Frauenfeindlichkeit gewinnt, stirbt der Planet.



Über den Autor:

Dr. Nafeez Ahmed ist ein investigativer Journalist, Bestseller Autor und Gelehrter für internationale Sicherheit. Er schreibt regelmäßig für The Ecologist, was die Umwelt-, Energie- und Ökonomiekrisen miteinander zu tun haben und was das geopolitisch bedeutet. Er hat u.a. auch für die folgenden Medien geschrieben: The Guardian, The Independent, Sydney Morning Herald, The Age, The Scotsman, Foreign Policy, Prospect, New Statesman, Vice und Le Monde diplomatique. Seine neue Novelle über die nahe Zukunft heißt ZERO POINT.

Dr. Nafeez Ahmed auf Twitter: @nafeezahmed
Homepage: www.nafeezahmed.com

The Ecologist auf Twitter: @the_ecologist



Rechtliches:

Das Copyright für den Originaltext "Patriarchy is killing our planet - women alone can save her" und für diese Übersetzung liegt bei The Ecologist. Einer genehmigten, nicht kommerziellen Verwendung meiner Übersetzung stimme ich ohne Rückfrage zu. Für diese Übersetzung gilt die Standardlizenz meines Blogs ausdrücklich nicht.

I thank Dr. Nafeez Ahmed and The Ecologist for the permission to translate this article and publisch it here.

Anmerkungen des Übersetzers:


1) Die Aussage, daß eine Krise unserer Erkenntnistheorie vorliegt, welche auf unserer fragmentierten Wahrnehmung des Lebens und der Natur beruht, möchte ich noch etwas ausführen, da sie mich zu dieser Übersetzung angeregt hat.

Im Verlauf der Geschichte hat die Menschheit ein Erkenntnismodell entwickelt, das den Menschen selbst ausblendet und so glaubt, zu absoluten Wahrheiten zu gelangen. Diese Wahrheit gilt als objektiv, als nur durch die Dinge bzw. Objekte begründet und nicht vom Beobachter verfälscht. Ein verlockendes, Modell für Wahrheit. Nur bleiben wir dabei langfristig auf der Strecke.

Mit diesem Erkenntnismodell kann man nicht nur den Kapitalismus erklären, welcher in der neoliberalen Ökonomie sein Wesen am häßlichsten zeigt, indem der monetäre Gewinn jeglichem Sinn und Zweck übergeordnet wird. Einem Börsenkurs als klinisch reiner Parameter haftet nichts Ausbeuterisches an. Die Anwendung dieses Erkenntnismodelles, hat auch zu einer Wissenschaft mit getrennten, sich verselbständigenden Disziplinen geführt.

Es wurde nicht nur zwischen Subjekt und Objekt unterschieden, sondern aus Gründen der genaueren Analyse wurden auch die Objekte immer mehr separiert. Es wird zwar versucht, die irgend wann als Problem erkannte Trennung der Fachgebiete durch interdisziplinäre Anstrengungen auszugleichen, doch dies ändert nichts daran, daß die Wissenschaft laufend Technologien hervorbringt, die sich negativ auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Das ergibt sich zwangsläufig, wenn das Erkenntnismodell den Menschen als Störfaktor ausblendet.

Dieses Erkenntnismodell haben wir alle als das einzig mögliche verinnerlicht. Natürlich haben wir ihm viel zu verdanken und es hat uns oder zumindest ein paar Wenige sehr mächtig gemacht. So mächtig, daß wir die Natur nicht nur penibel analysieren sondern sogar unsere Lebensgrundlagen zerstören können.

Ein alternatives Erkenntnismodell müßte das Subjekt in die Theorie zurück zu holen. Natürlich nicht als Objekt, wie dies in der Psychologie geschieht, sondern als wichtiger Teil eines Gesamtbildes. Idealerweise sollte die Theorie ein Gesamtbild liefern, oder zumindest eines, das den Menschen und die Umwelt berücksichtigt. So müßte z.B. ein Chemiker nicht nur seine chemischen Reaktionen, sondern von Anfang an auch mögliche gesundheitliche und ökologische Auswirkungen mit im Blick haben. Doch dafür müßten die Wissenschaften völlig anders organisiert und Wissenschaftler anders ausgebildet werden. Schäden dürfen sich nicht erst dann herausstellen, wenn sie einen größeren Umfang angenommen haben und wenn wirtschaftliche Interessen eine Aufklärung durch taktische Kontroversen zu verhindern versuchen.

Forschung müßte außerdem viel langatmiger werden und dürfte nicht der neoliberalen Effizienz unterworfen werden. Man denke nur an die lange Latenz von Krebserkrankungen. Oder wie werden sich gentechnisch veränderte Lebensmittel, Konservierungs- und Farbstoffe, die zunehmende Belastung mit nichtinonisierender Strahlung, mit Nanopartikeln, mit endokrinen Disruptoren und mit neuronal schädigenden Substanzen (Pestizide und Neuroleptika) langfristig, d.h. über Generationen, auf uns und die Umwelt auswirken? Gibt es vielleicht schon Folgen, die wir aufgrund unserer fragmentierten Wahrnehmung, wie im Text gesagt wird, gar nicht erkennen können?

Bei solchen Fragen geht es um zuviel, als daß wir sie auf verbitterte ideologische Auseinandersetzungen reduzieren sollten. Zivilisationserkrankungen sind ein wunderbar verdächtiges Wort. Doch leider werden diese eher dem individuellen Fehlverhalten als den verschlechterten Lebensbedingungen zugeschrieben.

Fraglich ist, wie ein grundlegender Wandel des Erkenntnismodelles erreicht werden könnte, denn Veränderungen sind Machtfragen. Im Moment ist für die Machtelite alles optimal organisiert und sie träumt wohl davon, Dank des technischen Fortschritts den Planeten zu wechseln, wenn dieser endgültig ausgeplündert und unbewohnbar geworden ist.

Vielleicht enthält dieser Text von Dr. Nafeez Ahmed einen wichtigen Lösungsansatz und alles gerät in Bewegung und wird neu verhandelbar, wenn wir etwas gegen die Ungleichheit der Geschlechter unternehmen. Beenden wir die Macht der Männer und die Ohnmacht der Frauen, indem wir aufhören, Kindern je nach Geschlecht die Rollenmuster von Machtstreben und Unterwürfigkeit anzuerziehen. Leider reproduzieren viele Menschen genau jene Erziehung, die sie selber erleiden mußten. Kindererziehung gehört gleichermaßen in die politische Diskussion.


2) Das Wort bzw. Konzept "somatische Erkrankung" sollte ganz aus der Medizin gestrichen werden. Es ist unserer fragmentierten Wahrnehmung geschuldet. Oft steht ein Umweltzusammenhang dahinter, den man nicht erkennt oder der noch nicht erforscht ist. Manchmal dient dieses Konzept dazu, Umweltzusammenhänge, für die es sehr wohl Hinweise gibt, zu leugnen. Als Konsequenz landen dann Menschen mit organischen Erkrankungen in der Psychiatrie und können dort sogar zu Tode kommen. Organische Symptome sollten immer physiologisch versorgt werden, egal ob man die Ursachen kennt oder nicht oder ob diese strittig sind. Dafür kann der oder die Betroffene nichts. 3)

Magengeschwüre galten lange als psychosomatische Mustererkrankung. Da häufig Menschen unter Streß betroffen waren, nannte man sie auch Managerkrankheit. 2005 erhielten erhielten die Forscher Robin Warren und Barry Marshall den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung des Helicobacter pylori Bakteriums.

Angenommen, wir wüßten nichts von radioaktiver Strahlung, hätten aber Strahlenkranke vor uns. Wie würde man wohl mit diesen Menschen umgehen? Wie ging man anfänglich mit Krebskranken und später mit den ersten AIDS-Patienten um? Oder vielleicht kennen Sie jemand mit spät diagnostizierter Borreliose. Eine lehrreiche Erfahrung bzgl. somatischer Phänomene ist es auch, keine Allergie gegen Pollen oder Katzenhaare, sondern gegen einen Stoff zu haben, auf den der Arzt nicht testen kann.


3) Der Fall Sophia Mirza

Die Psychiatrie, mit ihrer dunklen, aus groben Menschenrechtsverletzungen bestehenden Geschichte, ist im Gegensatz zur Psychologie völlig überflüssig. Die verabreichten Medikamente schaden mehr [PDF], als daß sie nutzen. Das hat etwas mit petrochemischen Stoffen zu tun, die unser Körper nicht kennt, da sie nicht in der Umwelt präsent waren, während wir uns als Art entwickelt haben.


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Erstellt: 21.03.2015 22:51
Geändert: 23.03.2015 21:01
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